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By Wolfgang van den Daele (eds.)

Biopolitik reagiert auf Grenzüberschreitungen. Sie reagiert darauf, dass Randbedingungen der menschlichen Natur, die bisher fraglos galten, technisch verfügbar werden. Und sie reagiert darauf, dass kulturell verankerte Deutungen des Menschen durch konkurrierende wissenschaftliche Konzepte in Frage gestellt werden. Das Ergebnis sind moralische Kontroversen und Regulierungsdebatten, in denen es im Kern um die alte Frage geht, ob wir dürfen, was once wir können. Sollen die neuen Optionen, die sich für den technischen Umgang mit dem Menschen bieten, freigegeben werden? Oder sollen an die Stelle der faktischen Grenzen des Könnens nun die Grenzen des moralischen und rechtlichen Dürfens treten? Die Analysen in diesem Band zielen auf diese Konfliktarena und fragen nach dem möglichen Beitrag soziologischer Aufklärung zu den dort verhandelten Fragen.

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Wertz durchgefUhrt wurde, gaben 785 Personen an, ihre Arbeitsplatze oder Versicherungen aufgrund ihrer genetischen Konstitution verloren zu haben (D. Martindale 2001; siehe auch P. S. Miller 1998; E. Marshall 1999). 12 Fill die Schilderung eines Falls genetischer Diskriminierung aus Sicht einer Betroffenen siehe J. Stephenson (1992). Der Mutter von vier Kindem wurde die Familienversicherung gekiindigt, da zwei ihrer Kinder an dem Fragilen X-Syndrom leiden, eine genetische Krankheit, die von einem Gen auf dem X-Chromosom hervorgerufen wird.

Der Rest verteilte sich auf Arzte und klinisches Personal, Adoptionsstellen, das Militar, Bildungseinrichtungen, Blutbanken und Arbeitgeber. 11 Einsatz von Gentests dort am weitesten fortgeschritten sind. Nach einer Umfrage der American Management Association aus dem Jahr 1997 sammeln sechs bis zehn Prozent der US-Unternehmen genetische Daten iiber ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (A. Dearing 2002: 8; vgl. R. von Bredow/M. Miiller von Blumencron 2000: 90; M. A. Pagnatarro 2001). 9 Siehe die Kritik von E.

A. Lloyd (1998); U. Wiesing (1998). Fonnen Wld Felder genetischer Diskriminierwlg 47 matisiert und pathologisiert. Die Geschichte der Genetik ist eng verkniipft mit eugenischen Praktiken, die in vielen Staaten zu einer Diskriminierung von Menschen fiihrten, die als genetisch minderwertig galten. Das Spektrum dieser "Sonderbehandlung" reichte von den Sterilisierungspraktiken in vielen europllischen Staaten und in den USA bis hin zur physischen Vernichtung im Nationalsozialismus (siehe D. J. Kevles 1995; P.

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